"Dwarf Greetings from Breslau": Dr Dieter Hermann Schmitz tells about his participation in a German studies conference in Poland

Kyllä, tämä blogikirjoitus on saksaksi – olemmehan me monikielinen tutkinto-ohjelma. Luotan siihen, että käännösohjelmat auttavat niitä, joiden kielitaito ei riitä. (Pieni ongelma lienee, miten kaikki kursivoidut lainaukset käännetään koneellisesti.) Sen verran voin toki paljastaa, että tekstini käsittelee konferenssia Puolassa, kertoo Monachiumista, Lipskistä ja Lubekasta, pohtii poliittisen korrektiuden kysymyksiä sekä käännösongelmia. Zwergengrüße tarkoittaa muuten kääpiöiden tervehdyksiä 😅
Hauskaa lukemista!

Zwergengrüße aus Breslau

Zwerg (Photo: Schmitz)

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

kennt ihr Monachium? Oder Lipsk? Oder Lubeka? – Bestimmt kennt ihr die! Ich bin mir ziemlich sicher. Es handelt sich um Ortschaften, die ihr vielleicht schon einmal besucht habt. Und wenn nicht, dann habt ihr zumindest schon einmal von ihnen gehört. Genauer gesagt handelt es sich um München, die Hauptstadt Bayerns, um Leipzig, die größte Stadt im Freistaat Sachsen, sowie um Lübeck, die historisch bedeutsamste Hansestadt in Deutschlands Norden. Nur sind Monachium, Lipsk und Lubeka die polnischen Namen für diese Städte.

Im September dieses Jahres war ich in Polen auf einer Germanistik-Konferenz. Genauer gesagt in Breslau, Bezirk Niederschlesien. Nur war von Breslau im germanistischen Kollegium nie die Rede. Gesprochen wurde von den einheimischen Organisatoren auch auf Deutsch immer nur von Wrocław. Warum, fragte ich mich! Klingt die Verwendung des deutschen Namens möglicherweise revanchistisch? Schwingen darin in polnischen Ohren alte Besitzansprüche mit? Rührt der deutsche Name zu sehr an eine belastete deutsch-polnische Geschichte, bei der die Polen meist die Leidtragenden waren?

Um nicht anzuecken, versuchte ich, mich ein wenig dem allgemeinen Sprachgebrauch anzupassen. Obwohl die Aussprache von Wrocław für Deutsche ohne Kenntnisse der Landessprache nicht eben einfach ist. Nachvollziehen konnte ich den allgemeinen Usus nicht. Denn deutschen Gästen wird ohne Weiteres zugestanden, die polnische Hauptstadt Warschau zu nennen, nicht Warszawa, und das Land Polen, nicht Polska. Die Polen selbst haben für viele deutsche Städte und geografische Entitäten eigene Namen, so wie eingangs aufgezeigt. Und dabei spielt es nur eine untergeordnete Rolle, ob es sich dabei nur um lautliche Angleichungen handelt, um alte Namensformen, Glied-für-Glied-Übersetzungen, Exonyme oder Entlehnungen aus dritten Sprachen. Warum also eine polnische Stadt wie Breslau, die einen deutschen Namen hat, nicht auch so nennen? Und warum versuchen, eine mindestens vierhundertjährige deutsche Geschichte, eine österreichisch und preußische, leugnen zu wollen? Das hat in meinen Augen wenig mit einem rückwärtsgewandten Geschichtsverständnis zu tun.

Interessant ist: Selbst das auf politische Korrektheit bedachte Auswärtige Amt in Berlin empfiehlt die Verwendung von Breslau mit der Begründung, dass dies ein gebräuchlicher Name sei, der auch schon lange vor der Schreckenszeit des Nationalsozialismus üblich war. Das Ministerium schreibt auf seiner Internetseite weiter:

Mit der Bezeichnung eines Ortes in einer bestimmten Sprache ist keine Aussage über die (früheren oder jetzigen) Bewohner oder die (ehemalige oder gegenwärtige) Zugehörigkeit zu einem Land verbunden, es geht ausschließlich um sprachliche Erwägungen. Ein […] Beispiel soll dies illustrieren: Die italienische Hauptstadt nennen wir italienisch „Roma“, deutsch „Rom“, englisch „Rome“ und polnisch „Rzym“, ohne damit ausdrücken zu wollen, dass es sich um eine englische, deutsche oder polnische Stadt handeln würde.

(Internetauftritt des Auswärtigen Amtes > Häufig gestellte Fragen > Städte- und Staatennamen. Abruf 11/2025)

Festaal (Photo: Schmitz)

Das klingt für mich nachvollziehbar und pragmatisch.

Bei der Verwendung / Übersetzung von geografischen Namen gibt es natürlich keine Patentrezepte und immerwährenden Lösungen, sondern sicherlich viele Einzelfälle, Ausnahmen und Kontexterwägungen. Es käme wohl niemand mehr in Deutschland auf die Idee, die estnische Hauptstadt Tallinn immer noch Reval zu nennen oder Turku auf Deutsch Åbo. Ob man Peking lieber Beijing nennen sollte, ist schon schwieriger. Das Nachrichtenmagazin SPIEGEL ist vor einigen Monaten dazu übergegangen, die ukrainische Hauptstadt nicht mehr Kiew zu nennen, sondern konsequent Kyiv zu verwenden, weil erstere Form aus dem Russischen stamme.

Schwierige Fragen …

Marktplatz (Photo: Schmitz)

Aber zurück zur Tagung in Schlesien: Breslau hat eine wunderschöne Altstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten und einer eindrucksvollen alten Universität. Die Konferenz war ergiebig, das Rahmenprogramm sehr schön. Zu Letzterem gehörte auch eine Führung durch die Innenstadt in deutscher Sprache. Anders als die Kollegen von der Germanistik sprach die Stadtführerin ständig von Breslau. Von mir darauf angesprochen, meinte sie munter: „Aber die Stadt hat doch einen deutschen Namen. Warum sollte man ihn nicht benutzen?“ Und lächelnd fügte sie hinzu: „Ich bin Historikerin.“

Dieter Hermann Schmitz

Universitätslektor

Studienprogramm Sprachen | Deutsch

Nachbemerkung: Im Allgemeinen berichtet man in Blog-Einträgen dieser Art von Inhalten und geistigen Erträgen einer Tagung, von Kontakten, neuen Ideen oder möglichen Publikationen. Die Konferenz in Breslau/Wrocław war sicher einen Besuch wert, aber es erschien mir hier ergiebiger, sich auf die Namensproblematik zu konzentrieren. Mit ihr verbinden sich politische Fragen, persönliche Anschauungen und nicht zuletzt übersetzerische Probleme.